04. September 2026

Sind Zwischennutzungen für die Regierung nur «nice to have»?

#Grosser Rat #Zwischennutzungen

Die Zwischennutzungen auf den Arealen ExMigrol, ExEsso und der Promenade an der Uferstrasse beleben seit weit über einem Jahrzehnt den Hafen und sind zu einem Aushängeschild der Stadt geworden. Trotz dem Bekenntnis zu den Zwischennutzungen des Kantons haben die Anbieter*innen von Zwischennutzungen bisweilen mit Planungsunsicherheiten zu kämpfen und müssen nicht zuletzt auf Grund der Vertragspraxis des Kantons mit oft prekären Rahmenbedingungen zu Recht kommen. 

Jüngstes Beispiel für diese Problematik ist die Ungewissheit, wie lange die Zwischennutzungen auf dem Areal ExEsso weiterbestehen können. Aktuell ist der Vertrag von I_LAND mit Immobilien Basel-Stadt bis Ende Oktober 2027 befristet. Trotz Verzögerungen bei der Entwicklung des Quartiers und öffentlich kommunizierter Verschiebung der Umlagerung der Hafenbahn haben die Betreiber*innen bisher auch auf Nachfragen hin keinen Bescheid erhalten, ob ihr Planungshorizont verlängert wird oder nicht.

Dies führt dazu, dass keine neuen Nutzungen mehr entstehen können und die Betreiber*innen der bestehenden Angebote kaum mehr Investitionen in ihre Betriebe tätigen können. 

Augenfälliges Beispiel dafür ist die Quarterdeck-Bar, die im Februar 2026 durch einen Brand zerstört wurde und seither als Brandruine zuvorderst auf dem Areal steht. Die Mittel für den Wiederaufbau des Betriebs wären vorhanden, die Investition und der aufwändige Prozess der Baueingabe sind aber mit der verbleibenden Betriebsdauer von nur einer Saison nicht refinanzierbar. Planungssicherheit bzw. eine substantielle Verlängerung der Vereinbarung hingegen gäbe Zeit und Raum für eine Entwicklung des Bestehenden und den Einbezug einer neuen Generation von Zwischennutzenden.

Aus diesem Grund stellt Claudio Miozzari im Rhamen einer Interpellation Fragen an die Regierung. Zum Beispiel:

Sieht der Regierungsrat die Zwischennutzungen im Hafen als Teil des Transformationsprozesses an oder sind sie für ihn eher «Nice to have» und jederzeit beendbar?

oder

Ist der Regierungsrat bereit, mit den Zwischennutzungsorganisationen in einen Dialog auf Augenhöhe zu treten und sie in die Planung des weiteren Transformationsprozesses mit einzubeziehen?

Die ganze Interpellation und alle Fragen befinden sich im Anhang:
Interpellation betreffend langfristiger Einbezug der Zwischennutzungen im Hafen

 

 

Claudio Miozzari

Unternehmer, Historiker, Stiftung Abendrot 

+41 76 374 24 43

Hoch lebe unsere Stadt!

Ein Blick in die Vergangenheit und Entstehung der Zwischennutzungen am Hafen: