Sebastian Schlegel ist neuer Geschäftsleiter von Kulturstadt Jetzt

Medienmitteilung

Nach drei intensiven Jahren hat Jo Vergeat die Geschäftsleitung von Kulturstadt Jetzt an Sebastian Schlegel übergeben.

Der ehemalige Musiker und selbständige Tontechniker, war bisher rund um die Bühnen der Schweiz tätig. Gleichzeitig hat Sebastian Schlegel sich im Bereich Non-Profit Management und Kommunikation weitergebildet. Als Geschäftsleiter von Kulturstadt Jetzt wechselt er nun definitiv zur politischen Bühne der Kultur.

«Eine lebendige und für alle offene Kulturstadt liegt mir am Herzen. Ich freue mich als Geschäftsleiter des Komitees Kulturstadt Jetzt mit viel Herzblut und Engagement einen Beitrag, für ein lebendiges Basel leisten zu dürfen.»

Kulturstadt Jetzt ist Jo Vergeat ausserordentlich dankbar für ihre Arbeit der letzten drei Jahre. Die Annahme der Trinkgeldinitiative verdankt das Komitee nicht zuletzt ihrem unermüdlichen Einsatz. Und seit Beginn der Pandemie setzt sich Jo Vergeat für die Bedürfnisse der Kulturschaffenden und Kulturbetriebe ein. Kulturstadt Jetzt ist froh die amtierende Statthalterin, weiterhin in seinen Reihen zu wissen.

Kontakt für Nachfragen und Auskünfte:

Sebastian Schlegel, Geschäftsleiter Kulturstadt Jetzt, 079 253 27 51

Jo Vergeat, ehemalige Geschäftsleiterin Kulturstadt Jetzt, 078 644 93 33

Bewilligungspraxis – Quo Vadis?

Unlängst hat das Appellationsgericht einen vielleicht weitreichenden Entscheid gefällt: Das Bewilligungsgesuch für die traditionsreiche Musikparade «Beat on the Street» muss in Zukunft öffentlich publiziert werden. So wird es in Zukunft Möglich sein, Einsprache gegen die Bewilligung zu erheben.

Erstritten hat diesen Entscheid vor Gericht der Verein «Rheinpromenade-Kleinbasel». Einmal im Jahr ziehen also mehrere Tausend, friedlich tanzende Menschen, zu lauten elektronischen Klängen während rund vier Stunden dem Kleinbasler Ufer entlang Rheinabwärts. Und das ist den Anwohnenden einmal zu viel, einmal zu laut oder einfach einmal nicht ihrem Geschmack entsprechend.

Es lässt sich unschwer erahnen, was beim nächsten Bewilligungsverfahren passieren wird. Für die Macher:innen des Beat on the Street wird es zum Spiessrutenlauf durch die Gasse, der in ihrer Ruhe gestörten Anwohnenden der Rheinpromenade im Kleinbasel.

Wie weit dieser Entscheid Einfluss auf die Bewilligungspraxis noch ganz anderer Veranstaltungen auf der Allmend haben wird, fragt Johannes Sieber in seiner Interpellation die Regierung. So sind wir zum Beispiel gespannt auf die Antwort auf die Fragen, wie sichergestellt werden kann, dass publikationspflichtige Veranstaltungen nicht durch die Begehung des Rechtswegs (aufgrund der Fristen und Verfahren) verhindert werden. Oder auch welche Veranstaltungen heute schon der Publikationspflicht unterliegen und welche aufgrund des Urteils zukünftig publiziert werden müssen.

Hafenareal – wir haben gewarnt und fordern jetzt!

Es haben wohl alle mitbekommen, auf dem Hafenareal läuft seit einigen Wochen etwas schief. Wir von Kulturstadt Jetzt haben frühzeitig vor einer schwierigen Situation gewarnt und bereits im März das Gespräch mit der Regierung gesucht. Seither haben wir die Forderungen der Zwischennutzenden Shift-Mode und i-Land unterstützt, die die Situation ständig hautnah miterlebt haben. Die Probleme sind vielfältig und das kürzlich verabschiedete Massnahmenpaket setzt ausschliesslich auf Abschreckung und Polizeipräsenz.

Laurin Hoppler fragt deshalb in seiner Interpellation vom 17.5.21 eine breite Palette an Fragen. Diese machen deutlich wie komplex dieses Thema ist. Denn es geht nicht darum, wie man die jungen Menschen vertreiben kann, sondern wie man den jungen Menschen einen Rahmen bieten kann, der gemeinsames friedliches Feiern möglich macht. Die Anpassungen der Beleuchtung, ein paar Müllcontainer und mehr Polizeilichpräsenz, mögen helfen, dürfen aber nur ein kleiner Teil der Massnahmen sein.

Kulturstadt Jetzt fordert deshalb:

  • Der Hafen muss als Ort für junge Menschen unbedingt bestehen bleiben
  • Die Veranstaltenden vor Ort müssen endlich in ihrer wichtigen, regulierenden Arbeit unterstützt werden.
  • Die Verantwortlichkeiten auf dem Areal müssen dazu endlich klar geregelt werden.
  • Notwendige Infrastruktur (Toiletten, Abfallcontainer usw.) muss auf Kosten des Kantons zur Verfügung gestellt werden.

Und etwas muss hier auch noch erwähnt werden:
Die Wichtigkeit von Club- und Nachtkultur, als Ort für junge Menschen, die sich unter gleichgesinnten treffen wollen, muss endlich anerkannt werden. Sie ist ein regulierender Faktor und ein wichtiger Pfeiler einer friedlichen Gesellschaft. Wir hoffen sehr, dass man sich daran auch nach der Pandemie noch erinnern wird.