Ein historischer Tag für die Jugendkultur

Deutliches Zeichen der Wertschätzung

Die Bevölkerung von Basel-Stadt hat heute mit einer deutlichen Mehrheit die Trinkgeldinitiative angenommen. Damit setzt sie ein deutliches Zeichen der Wertschätzung und für die Unterstützung der aktiven Jugend-, Alternativ-, Club-, Pop- und Subkultur. Neu sollen jährlich mindestens 5% des ordentlichen Basler Kulturbudgets in diese Kulturszenen aller Sparten fliessen, was aktuell rund 6.7 Millionen Franken entspricht.
Mit diesem klaren Volksentscheid übernimmt Basel-Stadt eine Vorreiterrolle in der Förderung der Jugendkultur, und darauf können wir stolz sein. Kulturstadt Jetzt freut sich über dieses überdeutliche Zeichen für eine Kultur, die viele Jahre lang ein Schattendasein fristen musste.
Umsetzung unter Einbezug des Initiativkomitees Damit die Initiative auch in der Umsetzung ein Erfolg wird, sind die nächsten Monate der Ausarbeitung ausschlaggebend. Das Initiativkomitee bietet an, sich mit seinem grossen Know-how und seinem breiten Netzwerk aktiv in den Prozess einzubringen. Verbunden mit dem Angebot ist die Forderung, dass die Trinkgeldinitiative nicht gegen die Absichten der Initiant*innen umgesetzt werden darf. Zudem ist zentral, neben dem Initiativkomitee die junge, freie Kulturszene mit einzubeziehen.

Wir freuen uns darauf, mit dem Regierungsrat und der Verwaltung die gemeinsame Umsetzung der Initiative an die Hand zu nehmen und diese einmalige Chance, die uns durch die Bevölkerung gegeben wurde, auch wirkungsvoll zu nutzen. Dazu müssen sowohl die bestehenden Förderformate und -verfahren überprüft, als auch neue solche angedacht werden. Wobei es keine befriedigende Lösung wäre, fortan einfach alles und jedes unter Jugendkultur zu subsumieren.

Neues Regierungspräsidium für Trinkgeldinitiative

Das Initiativkomitee ist überzeugt, dass seine Forderung, bei der Umsetzung der Initiative eine tragende Rolle zu spielen, auf offene Ohren stösst. Schliesslich hat sich auch das neue Regierungspräsidium gemeinsam mit dem Komitee Kulturstadt Jetzt für die Trinkgeldinitiative engagiert – alle drei Kandidierenden waren im Komitee vertreten. Die zügige Umsetzung der Initiative wird eines der ersten wichtigen Geschäfte der neuen Departementsleitung sein.
Die aktive Jugendkultur hat in einer schwierigen Zeit eine wichtige Anerkennung erhalten. Das zeigt: sie wird gesehen, genutzt und geschätzt. Die Menschen in Basel haben nicht zuletzt in den vergangenen Monaten gemerkt, wie bedeutend die vielfältige Kulturszene der Stadt Basel ist und was ohne sie fehlen würde.

Kulturförderung auf der Höhe der Zeit

Wir möchten uns sowohl bei all jenen bedanken, die sich so intensiv mit uns engagiert haben, um diesen Erfolg zu ermöglichen, als auch bei der Stimmbevölkerung für ihr JA. Darauf können wir stolz sein, denn Basel reiht sich damit in die erste Liga der europäischen Kulturstädte ein und beweist sich erneut als Kanton auf der Höhe der Zeit. Zufällig wurde in diesem Monat auch im Berliner Abgeordnetenhaus der Beschluss gefasst, Clubs fortan nicht mehr als Vergnügungs-, sondern als Kulturstätten anzuerkennen.
Die Wertschätzung der Jugend-, Alternativ-, Club-, Pop- und Subkultur ist in Basel-Stadt neu mit einem fixen Betrag im Budget festgehalten.

Die Trinkgeldinitiative kommt direkt vors Volk.

Der Grosse Rat hat mit 49 gegen 44 Stimmen bei einer Enthaltung beschlossen, dass die Trinkgeldinitiative 2020 direkt dem Volk vorgelegt wird. Kulturstadt Jetzt ist sehr erfreut, dass die Basler Bevölkerung nun entscheiden kann, wie sie die Jugend-, Sub-, Club- und Alternativkultur in der Stadt Basel gewichtet und ob ihr die kulturelle Vielfalt ein „Trinkgeld“ innerhalb des Kulturbudgets wert ist.

Die Initiative fordert 5% des jährlichen Kulturbudgets für die Alternativ-, Club-, Jugend-, Pop-oder Subkultur. Aktive Kulturschaffende in den Bereichen Musik, Tanz, Theater, Medienkunst und Film, Literatur etc. sollen zukünftig von dieser Gewichtung profitieren. Es geht dabei um die Verbesserung der Bedingungen für Kulturschaffende nicht nur in der Jugendkultur, sondern in weiten Teilen der professionellen Kultur, die oft wenig honoriert wird. Den Initianten geht es auch explizit nicht darum, bei der etablierten Kultur zu sparen.

Viele Jahre dauern die Diskussionen rund um die Förderung von Alternativ-, Club-,Jugend-, Pop-oder Subkultur schon an. Diese Kulturformen sind für die Vielfalt der Basler Kultur entscheidend, haben aber in der kantonalen Kulturförderung eine klar untergeordnete Bedeutung. Das muss sich ändern, finden über 3500 Baslerinnen und Basler, die die Trinkgeldinitiative von Kulturstadt Jetzt unterschrieben haben.

13 Institutionen erhalten gemäss Entwurf des Kulturleitbildes 2020–2025 rund 93% der ordentlichen Kulturförderausgaben des Kantons Basel-Stadt. Diese Institutionen sind wichtige Leuchttürme mit Anziehungskraft für Basel. Aber Leuchttürme allein bringen einer Stadt nicht das, was für eine lebendige Kulturszene entscheidend ist: Vielfalt. Ein vielfältiges Angebot unterschiedlichen Kulturschaffens ermöglicht eine lebendige Stadt und wir sind überzeugt davon, dass Basel genau das sein will!

Die Alternativ-, Club-, Jugend-, Pop- oder Subkultur von Basel ist attraktiv für viele Einwohnerinnen und Besucherinnen. In der Kulturförderung des Kantons fristet sie seit Jahren ein Mauerblümchendasein und erhält lediglich rund 2.5% der jährlichen Kulturgelder. Nach jahrelangen Diskussionen, ausgebremsten Ideen und begrabenen Vorschlägen kann nun das Volk entscheiden, was dem Kantondiese wichtigen Kulturformen bedeuten. Kulturstadt Jetzt freut sich sehr auf diesen Abstimmungswahlkampf.

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