Clubsterben ist Regierung egal

Bildschirmfoto 2015-05-27 um 11.18.12
Foto: JKF/Brigitte Fässler

Clubs sollen die Lärmmessungen in ihren Clubs zwar bezahlen, eigentlich gehen sie diese aus Sicht der Basler Regierung aber gar nichts an. Diese Haltung wird deutlich, wenn man die Antwort der Regierung auf die Interpellation von Kerstin Wenk zu den neuen Bassvorschriften liest. Die Verantwortlichen müssen nicht mal über neue Vorgaben informiert werden. Der Regierungsrat gibt sich gänzlich unkritisch gegenüber seinem Amt, das die eigene Praxis verschärft hat und zusätzliche Messungen mit äusserst ungünstigen Vorgaben vorschreibt.

Bands mit lauten Bässen sollen einfach im Joggeli spielen, so eine weitere Ansicht der Regierung. Dass Konzerte dort selbst für die grössten und erfolgreichsten internationalen Acts nur schwierig finanzierbar sind, steht allerdings nirgends geschrieben.

Auch wenn Regierung und das Amt für Umwelt und Energie (AUE) behaupten, es habe sich gar nichts verändert: Für Clubs, die einen neuen Ort suchen, sind die neuen Vorgaben Gift. Sie müssen deutlich mehr Aufwand betreiben und zusätzliche Auflagen einhalten als bisher.

Die Antwort zeigt: Dem Regierungsrat ist das Clubsterben trotz gegenteiligen Aussagen völlig egal. Er ignoriert damit die Bedürfnisse seiner jungen Bevölkerung, die sich in Basel-Stadt zu Recht vernachlässigt vorkommt. Und er macht einem ganzen Wirtschaftszweig unnötig das Leben schwer.<>

Medienschau zu den neuen Bass-Vorschriften

Die Medienmitteilung und die Interpellation von Kerstin Wenk zu neuen Bassvorschriften in Basel haben ein grosses Echo gehabt. Ein Blick in die Medien bringt neue Erkenntnisse. So äussert sich neben DJs und Veranstaltern auch der Wirteverband zur neuen Vorschrift. Und die BaZ erklärt in ihrer Printausgabe, was der Wert 14 bedeuten kann:

Auch die anders gewichteten Beiträge sollen nicht fehlen:

<>

Überflüssige Hürden abschaffen

Kulturstadt Jetzt fordert in zwei Vorstössen bessere Bedingungen für Alternativ-, Jugend-, Pop- oder Subkultur.

Bildschirmfoto 2015-05-20 um 14.18.28
Foto: JKF/Gaspard Weissheimer

Nachtleben
Mirjam Ballmer reagiert mit einem Anzug auf die Antwort der Regierung zu ihrer Interpellation «Nachtleben als Standortfaktur für Basel». Auf das erfreuliche Bekenntnis zur Ausgehkultur haben nun konkrete Taten zu folgen. So müssen endlich übertriebene Vorschriften abgeschafft und die Bewilligungsprozesse deutlich vereinfacht werden. Das Beispiel der zusätzlichen Bass-Auflagen, welches diesen Monat publik und breit diskutiert wurde, zeigt, dass hier Handlungsbedarf besteht und dass die Verwaltung – entgegen ihren wiederholten Beteuerungen – dazu neigt, immer wieder neue Hürden zu schaffen.

Kleinplakatierung
2015 können endlich zusätzliche Flächen für die Werbung für Kulturbetriebe in der Stadt genutzt werden. Das Erreichte wird aber durch bürokratische und realitätsfremde Nutzungsvorgaben wieder aufs Spiel gesetzt. Die Kleinplakatierungs-Firmen wehren sich gegen die neuen Einschränkungen und Kerstin Wenk stellt in der beiliegenden schriftlichen Anfrage entsprechend kritische Fragen an die Regierung.

Medienmitteilung vom 20.5.15 mit den beiden Vorstössen (pdf)<>