Das „Clubsterben“

Bessere Bedingungen für Ausgehkultur!
Stellungnahme zur Diskussion über das „Clubsterben“ in Basel

Eine lebendige Stadt braucht ein pulsierendes Nachtleben. Basel profitiert von mehreren innovativen Betrieben wie der Hinterhof Bar und dem Nordstern. Beide Beispiele sind Zwischennutzungen, die – wie in den vergangen Tagen klar wurde – vor dem Auslaufen stehen und nicht erneuert werden können. Dass Zwischennutzungen enden, ist normal. Problematisch an der aktuellen Entwicklung ist, dass mehrere Club-Aushängeschilder gleichzeitig vor dem aus stehen und kaum Alternativen in Sicht sind. Die Entwicklung schadet der Standortqualität Basels und es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass es in den beiden Beispielen der Staat oder die IWB in staatlichem Besitz sind, welche die Mietverhältnisse mit den Clubs beenden.

Prekäre Bedingungen
Die zahlreichen Reaktion auf das so genannte Clubsterben zeigen, dass viele Baslerinnen und Basler die Nase voll haben von den konstant prekären Bedingungen für den Ausgang in Basel. Selbst erfolgreiche Betriebe wie der Hinterhof und das Nordstern haben es schwer, neue Räumlichkeiten zu finden. Die Vorbehalte gegen Clubs und Bars sind gross, die Auflagen der Behörden riesig. So drohen weitere Zwischenlösungen, die jeweils mit enormen Investitionskosten verbunden sind. Dabei hätten es erfolgreiche Clubs verdient, als attraktive Mieter, Kulturanbieter und Unternehmen wertgeschätzt zu werden.

Bedürfnis ist gross
Kulturstadt Jetzt setzt sich mit seinen Partnern seit Jahren für bessere Bedingungen für junge und kreative Betriebe ein und sieht den Handlungsbedarf nun ein weiteres Mal bestätigt. Es kann nicht sein, dass Clubs mit inernationalem Renommee in andere Städte abwandern oder dass Partys in die Illegalität gedrängt werden. Das Bedürfnis nach Begegnung und Austausch auch zu später Stunde ist ungebrochen gross. Es ist im Interesse des Kantons, dass sich entsprechende Angebote entwickeln und halten können.

bz Basel, 14.2.2015: «Es geht eine ganze Kultur kaputt
20 Minuten am 16.2.2015
Tageswoche am 16.2.2015
Züritipp Blog, 16.2.2015
Fudder, Freiburg i.Br. 17.2.2015
Update: Auch Garage Basel schliesst. 20 Minuten 17.2.2015
Lady Bar Kleinbasel ab Frühjahr 2016 in Sanierung: Tageswoche 17.2.2015
Junge Poltiker nehmen Stellung: 20 Minuten 18.2.2015
Update: Präsidialdepartement plant weiteres Vorgehen zur Club-Krise: bz Basel, 19.2.2015
JUSO Baselist besorgt: News 19.2.2015 (abends Interview im 7vor7 von Telebasel)
Facebook-Site «Für ein junges, lebendiges Basel» hat bereits 5 000 Likes: 19.2.2015<>

Sparen soll allein die Jugend- und Populärkultur

Bildschirmfoto 2015-02-02 um 17.13.01

Im Rahmen der Entlastungsmassnahmen 2015-2017 plant die Regierung des Kantons Basel-Stadt Einsparungen von 1’150’000 Millionen Franken im Kulturbudget. Während 900’000 Franken im auf den finanzplanerischen Nachvollzug von ohnehin geplanten Effizienzgewinnen (Theater Basel und Skulpturenhalle) bzw. die Anpassung an die gute Finanzlage einer Institution (Zolli) zurückzuführen sind, finden die einzigen Abbaumassnahmen bei der Jugendkultur (Jugendkulturpauschale) und bei einer innovativen Institution (Sportmuseum Schweiz) statt.

Kulturstadt Jetzt hat Verständnis dafür, dass im Rahmen des Entlastungspaketes 2015-2017 auch im Kulturbudget Abstriche gemacht werden, kann aber überhaupt nicht verstehen, wieso dabei die ohnehin gering ausgestatteten Bereiche Jugend- und Sportkultur als erstes zusammengestrichen werden. Kulturstadt Jetzt lehnt dies dezidiert ab und fordert, dass die etablierten und hoch dotierten Institutionen einen Beitrag von insgesamt 200’000 Franken an die Entlastung des Kulturbudgets zu leisten haben.<>